Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben vor der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses bestimmte Fristen einzuhalten. Eine Verletzung der gesetzlichen Vorschriften kann dazu führen, dass eine Kündigung als ungültig erklärt wird. Die Kündigungsfristen für Arbeitnehmer ist größtenteils im §622 des Bürgerlichen Gesetzbuch zu finden. Der Paragraph schreibt in sechs Sätzen genau vor, welche Kündigungsfristen eingehalten werden müssen.

Grundsätzlich kann ein Arbeitsverhältnis durch den Arbeitnehmer mit einer Frist von vier Wochen, zur Mitte oder zum Ende des nächsten Monats gekündigt werden. Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist hingegen abhängig von der Länge der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers. Dabei kann die Kündigungsfrist bis zu sieben Monate betragen. Abweichungen von diesen Regeln werden mitunter in Tarifverträgen, zwischen den Parteien in einer bestimmten Industrie, vereinbart.

Dann gibt es einige Sonderfälle, zu den Kündigungsfristen für Arbeitnehmer. Wenn eine Probezeit vereinbart wurde, kann diese mit einer Frist von zwei Wochen beendet werden. Weitere Ausnahmen können im Arbeitsvertrag festgehalten werden, wenn ein Arbeitnehmer nur als vorübergehende Aushilfe, für eine maximale Dauer von drei Monaten, eingestellt ist oder sich in der Berufsausbildung befindet. Eine Grundregel besagt allerdings, dass die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer, keinesfalls die Frist des Arbeitgebers überschreiten darf. Gesetzliche Ausnahmen gelten weiterhin für Arbeitnehmer, die sich in der Elternzeit befinden, Heimarbeit betreiben oder Besatzungsmitglieder eines Schiffes sind. Alle genannten gesetzlichen Grundlagen gelten für eine ordentliche Kündigung. Bei Vorliegen eines außerordentlichen Grundes kann aber auch, abweichend von den gesetzlich vorgegeben Kündigungsfristen, gekündigt werden.

Die außerordentliche Kündigung setzt die Kündigungsfristen für Arbeitnehmer außer Kraft und kann den Arbeitsvertrag mit sofortiger Wirkung beenden. Wichtig ist das Vorliegen von besonderen Gründen. Diese können in Tätlichkeiten oder Mobbing von Seiten des Arbeitgebers bestehen. Auch die erhebliche Verzögerung der Auszahlung des Arbeitslohns und das Fehlen eines angemessenen Arbeitsplatzes, können Gründe für eine außerordentliche Kündigung darstellen. Wenn dem Grund stattgegeben wird, endet das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung und es wird oft ein fortlaufender Lohn oder eine Abfindung vereinbart. Nicht selten enden Streitereien über die verbleibenden Konditionen bei Rechtsanwälten. Daher ist es sehr wichtig, einige Grundlagen beim Kündigen zu beachten.

Die Schriftform der Kündigung muss in jedem Falle eingehalten werden. Eine mündliche Kündigung ist immer unwirksam. Beim Aufsetzen der schriftlichen Kündigung dürfen einige Angaben nicht fehlen, um zu gewährleisten, dass die Kündigung später nicht als nichtig erklärt wird. Das sind genaue Angaben über die Bezeichnung der Parteien, die Bezugnahme auf den bestehenden Arbeitsvertrag und der Grund. Nun ist es hier auch wichtig auf die Kündigungsfrist einzugehen. Eine ordentliche Kündigung sollte einen Satz zum Kündigungsdatum enthalten, der den gesetzlichen Vorschriften folgt. Weiterhin ist die korrekte Zustellung des Schreibens sehr entscheidend, da diese erst dann wirksam wird, wenn der Arbeitgeber sie entgegengenommen hat. Der sicherste Weg zur Überbringung ist es, die Kündigung persönlich und unter Angabe von Zeugen, zu übergeben. Dies kann sicherlich unangenehm sein und deshalb ist auch die Postzustellung völlig ausreichend. Als zugestellt gilt die Kündigung, wenn sie in den Machtbereich des Arbeitgebers gelangt, also den Briefkasten oder die Ablage im Büro. Der Erhalt muss allerdings nicht bestätigt werden. Von daher macht es durchaus Sinn, den Brief im Beisein von Zeugen einzuwerfen oder durch Arbeitskollegen überbringen zu lassen.

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